Wer Java in Zukunft lizenzieren muss

Aktuell verunsichern Hinweise von Oracle, dass Java 8 kostenpflichtig wird, Unternehmen und Privatanwender. Wir erläutern, was dran ist, und wer wirklich bezahlen muss.

Bereits im Juli 2018 hat Oracle ohne viel Aufsehen die Supportoptionen für Java hin zu einem reinen Subskriptionsmodell geändert. Diese richtete sich an Unternehmen und war bisher immer optional.

Ab Januar 2019 macht Oracle nun die Unterstützung – also weitere Pflege – für Java 8 grundsätzlich kostenpflichtig. Damit werden Updates für Java 8 nicht mehr frei verfügbar sein. Die Pflege für das noch ältere Java 7 ist im kostenpflichtigen Support ebenfalls enthalten.

Wird Java damit grundsätzlich kostenpflichtig?

Die Java Runtime wird in der jeweils aktuellen Version – derzeit Java 11 – grundsätzlich kostenlos bleiben. Wer jedoch ab Januar 2019 weiterhin Java 8 verwenden muss, wird die entsprechenden Geräte lizenzieren müssen, um weiterhin Fehlerbehebungen und Sicherheitsupdates zu bekommen.

In Zukunft werden Anwender ohne Lizenz auf die jeweils neuen Versionen aktualisieren müssen, da diese kürzer gepflegt werden. Unternehmen mit Lizenzen können sich dagegen aussuchen, ob Sie die aktuellen oder die länger unterstützen kostenpflichtigen Versionen (LTS) verwenden wollen.

Wer muss oder sollte Java 8 lizenzieren?

Java bietet grundsätzlich eine Abwärtskompatiblität, und die meisten Anwendungen werden wohl auch weiterhin die jeweils aktuelle Java-Version unterstützen. Lizenzen für den Java-Support müssen also nur Unternehmen kaufen, deren Anwendungen definitiv nur auf Java 7 oder 8 laufen oder für diese Versionen zertifiziert sind. Privatanwender und KMU werden bis auf wenige Einzelfälle wohl auf entsprechende Lizenzen verzichten können, indem sie die jeweils aktuelle Java-Version verwenden.

Wenn kritische Java-Anwendungen auf Linux-Servern eingesetzt werden, sollte geprüft werden, ob diese nicht ohnehin die alternative Java-Implementierung OpenJDK verwenden. Dieses ist ebenfalls frei und muss nicht lizenziert werden

Unsere Empfehlung

Grundsätzlich sollten Sie im Zusammenhang mit den Änderungen in der Update-Politik von Java prüfen, welche Java-basierten Anwendungen in Ihrem Unternehmen eingesetzt werden. Die jeweiligen Hersteller können dann weitere Informationen geben, welche Java-Versionen in Zukunft unterstützt werden.

Ein Wort zur Lizenzierung

Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass die Lizenzierung je nach Art neben Fehlerbehebungen und Sicherheitsupdates auch generelle Unterstützung durch Oracle, eine erweiterte Management Konsole, zusätzliche Bereitstellungsoptionen und weitere Enterprise-relevante Funktionen enthält. Auch dies ist für Privatanwender und kleinere bis mittlere Unternehmen kaum relevant.

Lizenziert wird bei Server oder Cloud-Diensten (Java SE Subscription) pro CPU und Monat. Bei PCs (Java SE Desktop Subscription) wird pro Benutzerkonto (“named user”) lizenziert.

Weitere Informationen

Oracle FAQ zur Java-Lizenzierung (Englisch):
https://www.oracle.com/technetwork/java/javaseproducts/overview/javasesubscriptionfaq-4891443.html

Oracle Preisliste für Java-Lizenzierung (Englisch):
http://www.oracle.com/us/corporate/pricing/price-lists/java-se-subscription-pricelist-5028356.pdf

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