SBS 2011 – Das Ende und die Alternativen

Bereits 2012, also kurz nach erscheinen von Small Business Server 2011 (SBS 2011), hatte Microsoft angekündigt, die Small Business Server Reihe einzustellen. Im Umfeld kleiner und mittelständischer Unternehmen erfreute sich das Paket aus Windows Server Betriebssystem, Exchange Groupware, und dem SQL-Datenbankserver aufgrund des attraktiven Preises großer Beliebtheit und ist daher auch heute noch bei vielen Unternehmen im Einsatz. Mit der Universal-Lösung SBS ließen sich viele Anwendungsfälle im Unternehmen abbilden, ohne dass großartig Software dazugekauft werden musste.

Wie lange der Einsatz von SBS 2011 nun noch möglich bzw. vertretbar ist, hängt auch von der Update-Politik für die enthaltenen Produkte ab. Spätestens 2020 werden für alle enthaltenen Komponenten keine Sicherheits-Updates mehr erscheinen. Insbesondere die Verwendung von Exchange als Mail-Server, der meistens vom Internet aus erreichbar ist, wird dann zu einem großen Sicherheitsrisiko.

Weitere Informationen zum Support-Ende von Microsoft Produkten.

Warum man jetzt über eine Alternative nachdenken muss

Neben der älter werdenden Hardware, auf welcher der Small Business Server meistens noch direkt installiert ist bietet Microsoft auch insbesondere für Exchange 2010 nur die einfache Migration bis Version 2016 an. Mit dem bereits absehbaren Erscheinen von Exchange 2019 im kommenden Jahr wird auch die Umstellung hierauf ungleich schwieriger und aufwendiger. Und auch die Basis des Pakets, das Windows Server 2008 R2 Betriebssystem, das damalige Gegenstück zu Windows 7, ist heute überholt. Dies kommt insbesondere zum tragen, da es auch häufig noch als Terminal-Server im Einsatz ist und somit auch direkt von Mitarbeitern genutzt wird.

Aktuelle Alternativen

Aktuell bietet Microsoft für KMUs nurnoch die Essentials-Version von Server 2016 an. Diese ist auf 25 Benutzer bzw. 50 Geräte beschränkt und bietet nur grundlegende Server-Dienste. Bei mehr Benutzern oder Geräten muss Server 2016 Standard verwendet werden. Wer zudem die Mail- und Groupware Exchange und das Datenbanksystem SQL-Server benötigt, muss diese inklusive der notwendigen Zugriffslizenzen (CALs) separat erwerben. Die Installation dieser Produkte auf nur einem Server ist möglich, aufgrund der an sich bereits komplexen Produkte aber nicht unbedingt empfehlenswert.
Gerade kleine und mittelständische Unternehmen möchte Microsoft zu seiner Online-Lösung Office 365 bewegen, welche den eigenen Exchange Server ersetzen kann. Neben Microsoft bieten auch zahlreiche namhafte Service-Provider entsprechende Lösungen auf Exchange- oder Office 365-Basis an.
Für Unternehmen, die sich von Microsoft-Produkten distanzieren möchten, gibt es auch andere professionelle Lösungen. Als Ersatz für Windows Server kann der Univention Corporate Server (UCS) des Bremer Software-Hauses Univention dienen. Dieser bietet wie Windows Server alle für die Verwaltung des Netzwerkes notwendigen Dienste an.
Darauf aufbauend ist als Alternative für Exchange die Groupware-Lösung Kopano verfügbar. Diese deckt die Exchange-Funktionen wie E-Mail, Kalender, Aufgaben und Kontakte ab und bietet ebenfalls Unterstützung für Outlook und mobile Geräte. Für diese Lösung sprechen neben Sicherheitsaspekten auch offene Standards und Schnittstellen, die nicht zu Abhängigkeiten von einem Hersteller führen.

Eigene Server oder Cloud

Nicht nur im privaten Bereich wird die Cloud immer beliebter, sondern auch bei IT-Diensten für Unternehmen. Office 365, was mittlerweile in vielen Firmen den Exchange-Server verdrängt hat, ist hier ein Beispiel. Ob der Betrieb von Diensten in der Cloud möglich und kostengünstiger ist, hängt auch von den individuellen Anforderungen ab. Hierbei sollte man immer beachten, dass mit den Diensten auch die wichtigsten und mitunter sensibelsten Unternehmensdaten ausgelagert werden. Auch bei entsprechenden Verträgen mit den Anbietern, bleibt immer der Beigeschmack, nicht mehr die vollständige Kontrolle darüber zu haben. Zudem sollte immer gewährleistet sein, dass Daten bei Bedarf auch aus der Cloud “zurückgeholt” werden können.
Grundsätzlich bietet die Cloud den Vorteil gleichbleibender monatlicher Kosten ohne größere periodische Investitionen, da üblicherweise ein gleichbleibendes Kontingent eines Dienstes in Anspruch genommen wird (z.B. 30 Postfächer). Investitionen in Hard- und Software bei eigenen Serversystemen können jedoch in der Regel mit einem Mietkauf in laufende monatliche Kosten umgewandelt werden.
Neben Sicherheitsaspekten sollten bei der Entscheidungsfindung aber auch grundlegende Aspekte wie Schnittstellen oder die vorhandene Internet-Anbindung berücksichtigt werden. Dienste in die Cloud zu verlagern ist z.B. nicht ratsam, wenn diese aufgrund einer langsamen Internetanbindung der Firma kaum noch genutzt werden können oder es Abhängigkeiten zu anderen Systemen vor Ort gibt.

Was tun?

Auch wenn der Small Business Server 2011 wohl auch 2019 noch mit Updates versorgt wird, sollte schon jetzt eine entsprechende Umstellung auf modernere Produkte geplant werden. Direkten Ersatz können die Microsoft-Server-Produkte bieten, offene Alternativen sind aber ebenso verfügbar. Unternehmen, die Ihre IT-Infrastruktur vor Ort reduzieren wollen, können das Support-Ende von SBS 2011 nutzen und auf Cloud-Dienste verschiedenster wechseln.

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